Vitiligo
- Segmentale Vitiligo
Was ist Vitiligo?
Vitiligo, auch Weißfleckenkrankheit genannt, ist eine der häufigsten chronischen Hauterkrankungen überhaupt. Man rechnet in Deutschland mit etwa 1% Betroffenen, also fast einer Million Menschen.
Im Volksmund wird die Erkrankung auch als "Pigmentstörung" bezeichnet. Dies ist jedoch nicht ganz richtig. Denn es handelt sich bei der Vitiligo nicht nur um eine leichte Störung der Pigmentierung, sondern die pigmentbildenden Zellen (Melanozyten) sind vollständig zerstört. In der betroffenen Haut kann deshalb kein Pigment mehr gebildet werden.
Vitiligo ist also kein kosmetisches Problem sondern eine richtige Erkrankung. Vereinfacht kann man Vitiligo mit der Zuckerkrankheit (Diabetes) vergleichen, bei der die insulinproduzierenden Zellen verschwinden und deshalb Insulin per Spritze zugeführt wird.
Woher kommt Vitiligo?
Als Arzt fällt es sehr schwer das zuzugeben: Wir wissen es nicht! Wie bei den meisten anderen Erkrankungen (z.B. Schuppenflechte, Neurodermitis oder der Zuckerkrankheit) kennen wir die Ursache der Vitiligo noch nicht.
Und dies, obwohl seit Jahrzehnten nach den Gründen der Zerstörung der Pigmentzellen geforscht wird. Nur eins ist sicher: die Veranlagung, eine Vitiligo zu entwickeln, wird in den meisten Fällen mit den Genen übertragen, also vererbt. Das heißt, viele Menschen kommen eigentlich schon mit der Erkrankung zur Welt. Ob und wann die Vitiligo dann ausbricht, ist dann aber von weiteren Faktoren abhängig.
Ein häufiges Phänomen ist, das außergewöhnliche Belastungen, wie eine Scheidung oder der Tod eines Angehörigen, aber auch eine Schwangerschaft, zum Ausbruch der weißen Flecken führen. Auch der Verlauf der Erkrankung kann von solchen besonderen Ereignissen bestimmt werden. Der Beginn einer Vitiligo verläuft im übrigen aber meist unbemerkt. Typischerweise fallen die weißen Flecken erstmalig im Sommer auf, wenn die sonnengebräunte Haut den Kontrast verstärkt.
Ist die Vitiligo bei jedem gleich?
Nein, ganz und gar nicht. Im Gegenteil, eigentlich ist die Vitiligo bei jedem unterschiedlich ausgeprägt. Es gibt viele verschiedene Formen der Ausprägung der Erkrankung und auch ganz unterschiedliche Entwicklungen im Verlaufe der Erkrankung. Jeder reagiert deshalb auch unterschiedlich auf die Therapie.
Das macht die Vitiligo zu einer schwierigen Erkrankung, bei der für den Arzt die Erfahrung eine große Rolle spielt. Deshalb gibt es auch keine Pille oder Salbe die bei jedem hilft. Ganz grob kann man aber zwei Hauptformen der Vitiligo unterscheiden: die generalisierte und die lokalisierte Form der Vitiligo.
Generalisierte Vitiligo
Die generalisierte Vitiligo ist die weitaus häufigste Form. Sie tritt typischerweise symmetrisch auf und betrifft mehrere Körperstellen. Mechanisch beanspruchte Hautareale sind bevorzugt betroffen. Dazu zählen sowohl druckbelastete Regionen, wie Knöchel, Knie, Ellenbogen und Finger als auch zugbelastete Areale, wie Augenlider, Mundwinkel und Achseln. Auch Verletzungen der Haut führen oft zu einer weißen Narbenbildung.
Nicht selten sind auf den Vitiligoflecken auch weiße Haare, hervorgerufen durch die Zerstörung der Pigmentzellen der Haarwurzeln, zu beobachten.
Der typische Verlauf einer generalisierten Vitiligo ist durch eine schubweise Zunahme der weißen Flecken über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren gekennzeichnet. Anschließend wird oft ein Stillstand der Erkrankung, seltener eine teilweise Rückbildung beobachtet. Im Einzelfall ist das Verlaufsspektrum jedoch sehr, sehr unterschiedlich und leider nicht vorhersehbar.
Ärzte, die viel Erfahrung mit Vitiligobetroffenen haben, können manchmal eine Voraussage treffen. Blutuntersuchungen oder andere Tests sind hingegen nicht hilfreich. Auch innerhalb einer Familie kann die Vitiligo sehr unterschiedlich ausgeprägt sein.
Lokalisierte Vitiligo
Die lokalisierte Form der Vitiligo betrifft nur ein oder wenige Körperareale und ist nicht symmetrisch. Sie entsteht innerhalb weniger Monate und verändert sich dann nicht mehr. Denn nur im Ausnahmefall kann eine lokalisierte Form in die generalisierte Form übergehen. Die Prognose der Erkrankung ist hier also viel besser. Auch die Therapie ist viel einfacher. Fast immer gelingt ein schöner Erfolg mit einer Pigmentzelltransplantation.





