Vitiligo und andere Erkrankungen
Vitiligo und Autoimmunerkrankungen
In wissenschaftlichen Publikationen findet sich immer wieder der Hinweis, daß bestimmte Autoimmunerkrankungen bei Vitiligo häufiger sind. Unter Autoimmunerkrankungen versteht man Krankheiten, bei denen das Immunsystem aus ungeklärten Gründen die eigenen Organe angreift.
In diesem Zusammenhang werden bei der Vitiligo insbesondere der Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit), die Alopezia areata (kreisrunder Haarausfall) und Schilddrüsenerkrankungen genannt. In unserem Patientengut haben wir eine Häufung des Diabetes und des Haarausfalls nicht feststellen können und gehen deshalb nicht davon aus, daß Vitiligobetroffene ein erhöhtes Risiko für diese Erkrankungen haben. Anders sieht es bei den Schilddrüsenerkrankungen aus.
Vitiligo und Schilddrüsenerkrankungen
Es ist offensichtlich, daß ein Zusammenhang zwischen Vitiligo und Schildrüsenerkrankungen besteht. Doch welcher Art ist dieser Zusammenhang?
Eine Auswertung eigener Studien an 600 Patienten ergab folgendes: Bei Frauen mit Vitiligo besteht ein Risiko von 50% im Laufe des Lebens eine (meist harmlose) Schilddrüsenerkrankung zu bekommen. Dies kann sowohl eine Unterfunktion der Schilddrüse als auch eine Überfunktion sein.
Bei Männer ist dieses Risiko geringer und beträgt etwa 20 %. Nach unseren Erkenntnissen gibt es jedoch keinen Hinweis darauf, daß sich die Erkrankungen gegenseitig beeinflußen. Für den Vitiligobetroffenen heißt das konkret: eine neu aufgetretene Schildrüsenerkrankung wird eine bestehende Vitiligo nicht verschlechtern, eine Behandlung der Schilddrüse wird die Vitiligo nicht verbessern.
Natürlich gibt es (seltene) Ausnahmen. Wie sollte man sich als Vitiligobetroffener verhalten? Medizinische Richtlinien gibt es hierfür nicht, aber die folgende Verhaltensweise erscheint sinnvoll: Die Symptome von Schilddrüsenerkrankungen sind zu vielfältig und teils auch zu uncharakteristisch, um sie alle hier aufzuzählen. Bei auffälligen Änderungen des Körpergefühls und der Stimmungslage, für die man selber keine Erklärung findet, sollte man seinen Hausarzt jedoch auf das Risiko einer Schilddrüsenerkrankung hinweisen. Dieser wird dann gegebenenfalls eine Blutuntersuchung veranlassen. Wer ganz sicher gehen will, kann eine regelmäßige jährliche Untersuchung der Schilddrüsenblutwerte mit seinem Arzt verabreden.


