Information zur Vitiligotherapie mit Pigmentzelltransplantation
Was versteht man unter der Pigmentzelltransplantation?
Die Vitiligoerkrankung führt zur Zerstörung der Pigmentzellen und dadurch zu weißen Flecken. Dieser Defekt wird durch die Behandlung behoben, indem gesunde Pigmentzellen in großer Zahl gezüchtet werden und dann wieder zurück in die Haut transplantiert werden.
Diese neue Behandlungsmethode wurde 1992 von Werner Löntz und Mats Olsson an der Yale Universität, U.S.A. entwickelt. Seitdem wurden mehrere hundert Patienten erfolgreich behandelt. Die Erfolgsquote betrug bei diesen Behandlungen etwa 90 %, einschränkend muß jedoch herausgestellt werden, daß die Methode nicht für jeden Patienten mit Vitiligo geeignet ist. Während die Zellzüchtung früher von uns selber durchgeführt wurde, wird sie heute von einer Biotechnologiefirma in Freiburg übernommen. Diese hat der Methode den Namen Melanoseed gegeben.
Wie ist der genaue Behandlungsablauf?
Schritt 1: Ihnen wird ambulant eine kleine Hautprobe entnommen. Anschließend werden die darin enthaltenen Pigmentzellen ins Labor gesandt, dort gezüchtet und um ein Vielfaches vermehrt.
Schritt 2: Drei Wochen später kommen Sie zurück zur ambulanten Behandlung. Nach einer Lokalanästhesie der weißen Hautareale wird die Oberhaut mit einem Schleifgerät oder einem Laser entfernt. Die gezüchteten Pigmentzellen werden in einer Haftsalbe aufgetragen und ein fester Verband wird angelegt. Nach 7-10 Tagen sind alle Wunden verheilt. Nach weiteren drei Wochen wird dann die Pigmentierung sichtbar und Ihre weißen Flecken gewinnen den normalen Hautton zurück.
Sind Sie für die Therapie geeignet?
Ja, wenn sich Ihre zu behandelnden Flecken über mindestens 6 Monate nicht ausgebreitet haben. Ist dies bei Ihnen nicht der Fall, so müssen Sie zuerst eine Behandlung zur Stabilisierung der Vitiligo beginnen. Die Maximalgröße der Areale sollte 300 Quadratzentimeter bei einer Behandlung nicht überschreiten.
Welche Nebenwirkungen gibt es?
In den ersten Wochen nach der Behandlung sind die behandelten Stellen leicht gerötet und am Anfang oft dunkler als die normale Haut. Dies normalisiert sich jedoch recht bald.
Behandlungsbeispiele
1. Vollständige Repigmentierung im Kinnbereich bei generalisierter Vitiligo
2. Fast vollständige Repigmentierung bei segmentaler Vitiligo
3. Unvollständige Repigmentierung am Unterarm
4. Vollständige Repigmentierung an den Handrücken
Wovon hängt der Erfolg der Behandlung ab?
Zwei Punkte sind hier entscheidend: Die Vitiligo muß stabil sein und der behandelnde Arzt muß viel Erfahrung mit der Methode haben, um die Haut richtig mit dem Laser behandeln zu können.
Welche Kosten können entstehen?
Die Therapiekosten müssen individuell ermittelt werden, da ja die Größe der Flecken bei jedem unterschiedlich ist. Die gezüchteten Zellen stellen den Hauptkostenfaktor dar und machen etwa zwei Drittel der Behandlungskosten aus. Die kleinste Menge Zellen, ausreichend für 50 cm2, kostet 650 Euro. Die durchschnittlichen Gesamtkosten unserer Patienten liegen zur Zeit bei etwa 1500 Euro. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Therapiekosten bisher leider nur in seltenen Fällen.
Wie sollte man vorgehen?
Nach 10 Jahren Erfahrung in der Vitiligosprechstunde habe ich festgestellt, daß viele Vitiligopatienten nicht ausreichend über die Erkrankung und die verschiedenen Therapiemöglichkeiten aufgeklärt sind. Die Pigmentzelltransplantation ist nur eine der Möglichkeiten. Lassen Sie sich zunächst über alle Behandlungmöglichkeiten in Ruhe informieren und entscheiden Sie dann, was für Sie richtig ist. Nach meiner Erfahrung ist es heute möglich, zwei Drittel aller Vitiligopatienten erfolgreich zu behandeln.










